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Der Deutsche Bundesverband Coaching e.V. hat eine Checkliste für Auftraggeber und Klienten herausgegeben, anhand der diese entscheiden können, ob ein ausgewählter Coach gut ist. Diese einzelnen Punkte dienen Klienten dazu, den richtigen Coach zu finden. Gleichzeitig hilft es Coachs dabei, ihre Außenwirkung zu kontrollieren und gegebenenfalls zu optimieren.

Ein guter Coach setzt einen klaren Zeitrahmen

Da ein Coachingprozess immer zielorientiert ist, muss zu Beginn des Coachings auch ein klares Ziel definiert werden. Dadurch wird das Coaching auch zeitlich klar strukturiert und wird für den Klienten überschaubar. Ich finde diesen Aspekt sehr wichtig, denn das Verhältnis zwischen Coach und Klient bleibt frei und es entstehen keine Abhängigkeiten, die durch  „Never-Ending-Stories“ provoziert werden können.

Ein guter Coach prüft, ob die Coaching-Maßnahme überhaupt sinnvoll ist

Bevor ein guter Coach seine Dienstleistung verkauft, muss er sicher sein, dass das Coaching für den Klienten überhaupt die richtige Maßnahme ist. Falls der Coachingauftrag nicht direkt vom Klienten kommt, sondern von einer Organisation oder von einem Unternehmen, dann muss sich das Interesse des Auftraggebers nicht mit den Interessen des Klienten decken. Es ist jedoch wichtig für einen guten Coach, die Interessen aller Parteien zu berücksichtigen.

Ein guter Coach sagt auch „nein“

Ein guter Coach nimmt keine Aufträge an, die nicht seinen Idealen oder seinen Kompetenzen entsprechen. Wenn ein Coach sich auf ein Kernthema spezialisiert hat, sollte er auch alle Aufträge ablehnen, die sich nicht damit befassen. Da jedoch beim Coaching kein Wissenstransfer stattfindet, kann dieser Aspekt vernachlässigt werden, denn die meisten Coaching-Spezialisierungen werden für ein gutes Marketing getroffen. Auch der Punkt, dass die Leistungserwartung des Klienten und das Leistungsvermögen des Coachs einander entsprechen müssen, um das vorab gesteckte Ziel zu erreichen, ist meiner Meinung nach nicht zutreffend. Ein Coach mit starker Empathie kann unter Umständen mit seinen Klienten mehr erreichen, als ein Coach mit expliziten Branchenkenntnissen.

Ein guter Coach spricht über seine Methoden

Da ein Auftraggeber gern wissen möchte, wie das Coaching genau ablaufen soll, muss der Coach auch in der Lage sein, seine Methode und sein Konzept detailliert zu erklären. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass bei den meisten Klienten eher das Ergebnis fokussiert wird, als der methodische Weg dahin.

Ein guter Coach lässt dem Interessenten Zeit zum Nachdenken

Ob ein Klient mit dem Coach zusammenarbeiten möchte oder nicht, muss der Klient bewusst und ohne Druck entscheiden. Daher sollte der Coach dem Klienten nach dem Erstgespräch ausreichend Zeit einräumen, diese Entscheidung frei zu treffen. Gleichzeitig kann der Coach diese Zeit nutzen um zu entscheiden, ob er denn mit dem Klienten arbeiten möchte.

Ein guter Coach erkennt seine Grenzen

Ein guter Coach erkennt Situationen, bei denen er mit der Methode Coaching nicht weiter helfen kann und leitet die betreffenden Interessenten an die zuständigen Institutionen weiter. Dies kann zusätzliche Beratung sein, oder auch medizinische bzw. therapeutische Hilfe. Auch diesem Punkt stimme ich uneingeschränkt zu, denn der Coachingprozess kann bei tieferen Problemen oder falschen Erwartungen nicht positive Ergebnisse liefern.

Auch wenn nicht alle Punkte des Deutschen Bundesverband Coaching e.V. sich mit meiner Meinung decken, sind sie doch ein guter erster Schritt für die Beurteilung eines Coachs. Ob ein Coach jedoch zu einem Klienten passt, können beide nur in einem persönlichen Gespräch herausfinden.

Stefan Dreimann

Quelle

Deutscher Bundesverband Coaching e.V. (Hrsg.): Checkliste für Auftraggeber und Klienten. Vorgelegt vom Fachausschuss Mittelstand. Osnabrück: 2010.

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