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Peer Wandiger von Selbstaendig-im-Netz hat die Blogparade Getting Things done ins Leben gerufen.

Was ist eine Blogparade?

Bei einer Blogparade handelt es sich um ein gemeinschaftliches Projekt vieler Blogger. Ein Blogger gibt das Thema vor und alle, die dazu etwas schreiben möchten, schreiben in ihrem eigenen Blog einen Artikel zu dem vorgegebenen Thema. Dabei kann jeder teilnehmen, der selber einen Blog betreibt, selbständig ist und/oder Aufgaben zu erledigen hat. So erhält man am Ende eine Vielzahl an Meinungen und Sichtweisen auf das Thema.

Nach dem Abschluss der Blogparade am 5. August gibt es einen zusammenfassende Artikel des Initiators, in dem er die Teilnehmer und ihre Beiträge vorstellt und verlinkt.

Das konnte ich mir als Effizientertainer natürlich nicht entgehen lassen. Mit dem nachfolgenden Artikel nehme ich also erstmals an einer solchen Blogparade teil. Im folgenden mein Beitrag zum Thema Selbstmanagement:

Die Tennis-Tableau-Strategie –

Aufschieberitis ein für alle mal besiegen!

Völlig egal, was manche Menschen behaupten. Völlig unerheblich, was uns irgendjemand erzählen will – wir alle sind von Zeit zu Zeit Meister im Aufschieben. Es ist ja auch nichts dabei: Wir entscheiden uns in diesem Moment lediglich dafür, eine bestimmte Tätigkeit einer anderen vorzuziehen. Als leidenschaftlicher Tennisspieler ziehe ich selbst beispielsweise in jedem Fall eine schlechte Stunde auf dem Tennisplatz einer guten Stunde im Büro vor.

Das Aufschieben ein für alle Mal besiegen

Wenn in diesen Tagen die internationalen Profi-Turniere über den Bildschirm flimmern, ist die Tennis-Saison auch auf Clubebene längst in vollem Gange. Und wer sich jemals für Tennis interessiert hat, der kennt auch die Turnier-Tableaus, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn Meisterschaften ausgespielt werden. Mit ihnen lässt sich auf einfachste Weise der Sieger nach dem K.O.-System aus einem Teilnehmerfeld von 8, 16, 32 oder mehr Spielern ermitteln. Und genau ein solches Tableau kann uns auch dabei helfen, das Aufschieben ein für alle Mal zu besiegen.

Aus der Physik wissen wir, dass ein Körper, der sich im Ruhezustand befindet, dazu neigt, in diesem Zustand zu verharren. Hingegen ist ein Körper in Bewegung bestrebt, auch diese Aktion tendenziell fortzusetzen. Ich glaube, es ist das erste Newtonsche Gesetz, auch Trägheitsprinzip genannt, das in etwa Folgendes besagt: „Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung, sofern er nicht durch einwirkende Kräfte zur Änderung seines Zustands gezwungen wird.“

Wer jemals versucht hat, ein Auto anzuschieben, der weiß: Es bedarf zunächst relativ großer Anstrengung, den Wagen in Bewegung zu setzen. Wenn er allerdings erst einmal rollt, ist es mit relativ geringer Krafteinwirkung möglich, das Fahrzeug weiter rollen zu lassen. Für unser aller Problem des Prokastinierens lautet die entsprechende Frage natürlich: Wie bekommen wir unseren Hintern dazu, sich von der Couch zu erheben und in Aktion zu treten? Wie schaffen wir es, den Zustand der Ruhe zu beenden und zu starten – das heißt im Wortsinn tatsächlich zunächst uns und dann etwas (Projekt, Angebot, Plan) zu bewegen? Genau hier kommt das Tableau aus den Tennismeisterschaften zum Einsatz.

Mit dem Tableau-Prinzip Übersicht und Struktur gewinnen

Zunächst einmal benötigen wir sämtliche anstehende Aufgaben, die auf einer To-Do-Liste notiert werden. Vergessen Sie alles, was mit Priorisierung oder irgendeiner logischen Reihenfolge zu tun hat. Schreib´ einfach, von oben nach unten, alles auf, was Dir an Aufgaben in den Sinn kommt. Jetzt beginnst Du – vergleichbar mit dem obigen Turnier-Tableau – die ersten beiden Aufgaben 1 und 2 mit einer Klammer zu versehen. Jetzt kommt der entscheidende Moment: Zunächst wählst Du den Gewinner der ersten Partie aus mit der Frage: Welche dieser beiden Aufgaben ist die einfachere? Denn genau diese Aufgabe gewinnt die erste Runde und wird von Dir in die zweite Runde geschrieben. Ich wiederhole: Die leichtere Aufgabe gewinnt! Dieses Prinzip wiederholst Du nun für die Aufgaben mit den Nummern 3/4, 5/6, 7/8 und so weiter und so fort. Immer wählst Du die jeweils leichtere Aufgabe. Die erste Runde ist geschafft!

Was tust Du, wenn Deine Liste keine gerade Zahl aufweist? Natürlich das gleiche, wie bei einem Turnier: In diesem Fall hat die verbleibende Aufgabe einfach ein Freilos in die nächste Runde und kommt automatisch weiter.

Jetzt spielen wir unser Viertelfinale: Wieder heißt es 1 gegen 2, 3 gegen 4, 5 gegen 6 und 7 gegen 8. Und wieder wählst Du die einfachsten Aufgaben aus, die eine Runde weiter kommen, weil sie erneut gewinnen. So gelangst Du früher oder später in die Situation, dass nur noch 4 Aufgaben übrig bleiben, die im Halbfinale gegeneinander antreten. Und dann ist es soweit: Der Moment des Finales ist gekommen. Nur noch zwei Aufgaben, Auge in Auge, bis nur ein Gewinner übrig bleibt. Und dieser Sieger ist, nachdem Du auf dem Papier das Finale ausgespielt hast, wirklich Deine Nummer 1, die einfachste Aufgabe, die es aktuell für Dich gibt. Und genau mit dieser Aufgabe beginnst Du. Das allereinfachste, egal was sonst noch auf der Liste steht, damit fängst Du an.

Mit der leichtesten Aufgabe in Bewegung kommen

Was ist bis hierher passiert? In der ersten Runde sind sämtliche Aufgaben aus dem Turnier gefallen, die im Vergleich schwerer waren. Warum? Ganz einfach: Ich weiß, dass viele selbsternannte Zeitmanagement-Päbste und Produktivitäts-Trainer das genaue Gegenteil predigen: “Suchen Sie sich die eine, alles entscheidende, wichtigste, dringendste und schwierigste Aufgabe. Starten Sie nur mit dieser Aufgabe und machen Sie nichts anderes, bevor sie vollständig erledigt ist.“ Wunderbares Prinzip. Aber wenn Du dazu tendierst, Dinge aufzuschieben – und wir wissen, jeder von uns tut das von Zeit zu Zeit – dann wirst Du es nicht konsequent fertig bringen, mit dieser Aufgabe zu starten, geschweige denn, sie zu Ende zu bringen. Was ist hingegen unser Konzept? Wir wählen ganz bewusst die jeweils leichteste Aufgabe aus und beginnen einfach mit ihr. Wenn wir mal gestartet sind, wird es uns – getreu Herrn Newton – leichter fallen, uns weiter zu bewegen und so auch andere Aufgaben anzugehen und zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

In der Trostrunde zur wichtigsten Aufgabe finden

Damit hören wir natürlich nicht auf! Denn jetzt gibt es, wie bei einer Clubmeisterschaft unter Hobbyspielern, eine Runde, die mir persönlich bestens vertraut ist: Die so genannte „Trostrunde“. Dabei passiert folgendes: All´ diejenigen, die bereits in der ersten Runde ausgeschieden sind, haben die Chance, noch einmal in einer B-Runde gegeneinander zu spielen und sich über diesen Umweg weiter zu qualifizieren. Genau das tust Du jetzt auch mit Deinen Erstrunden-Verlierern. Zuvor hast Du in Deiner A-Runde das Finale ausgespielt, bei dem die einfachste Aufgabe gewonnen hat und von Dir sofort mit Leichtigkeit erledigt wurde. Das Auto, das wir anschieben wollten, rollt bereits.

In der B-Runde wählst Du jetzt unter den schwierigeren Aufgaben – ebenfalls mit einer Klammer um 1/2, 3/4, 5/6 und 7/8 – erneut den jeweiligen Sieger aus. Aber dieses Mal, nimmst Du natürlich die wichtigere Aufgabe. Das heißt, du wählst nun ganz bewusst zwischen den schwierigen Aufgaben die jeweils bedeutendere aus. Dann gibt es das Halbfinale, die letzten vier unangenehmen, komplexen oder dringenden Aufgaben, die zu erledigen sind. Auch hier spielst du so lange, bis irgendwann im Finale die zwei letzten Kontrahenten aufeinander treffen. Jetzt wählst Du aus: Welche eine Aufgabe bringt Dich Deinem wichtigsten Ziel am nächsten? Welche Aufgabe ist am schwierigsten bzw. welche sollten Sie unmittelbar erledigen, um diese Runde erfolgreich zu absolvieren?

In Schwung bleiben statt Aufschieben

Sobald wir mit der einfachsten Aufgabe beginnen und sei es auch nur, den Müll hinauszubringen oder die Schreibtischschublade aufzuräumen, sind wir in Bewegung. Jetzt müssen wir nur noch in Schwung bleiben. Setzen wir unsere Aktivität jetzt durch die Umsetzung der wichtigsten Aufgabe fort, gewinnen wir sogar an Fahrt. Jetzt kannst Du – quasi als Belohnung – wieder in die A-Runde wechseln und Dir dort die zweitplatzierte Aufgabe (das heißt den unterlegenen Finalisten) vornehmen. Dann geht es wieder zurück in die Trostrunde und die zweitplatzierte Aufgabe dort wird erledigt. Wir nutzen so ein Prinzip, ähnlich wie beim Auto, das wir anschieben: Auch hier lässt sich ein leichteres Auto (die einfache Aufgabe) leichter in Bewegung bringen als ein voll bepacktes, schweres Auto (die wichtige Aufgabe). Haben wir das Fahrzeug allerdings erst einmal ins Rollen gebracht, bewegt es sich nahezu von alleine weiter.

Auf diesem Weg funktioniert es. So können wir der Prokastination ein für alle Mal „Lebewohl“ sagen.  Also runter von der Couch. Nimm´ ein Blatt Papier  und los gehts: Trag´ Deine persönliche Tennismeisterschaft aus und stoppe Dein Aufschieben!

Viel Erfolg!

Wenn Du statt eines einfachen Blattes Papier lieber das oben abgebildete Blanko-Tableau in Excel-Form von mir willst, kein Thema, ich lasse Dir gerne ein Muster zukommen. Schick´ mir einfach eine E-Mail an: mailto:info@martingeiger.com?subject=Tableau

Du brauchst ein solches Formular zwar nicht unbedingt, aber vielleicht hat genau diese Aufgabe gerade das Finale Deiner A-Runde gewonnen. 😉

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