Den Schritt wagen, der Berufung als Coach zu folgen? Oder besser weiterhin das tun, was man seit Jahren tut? Zugunsten der Sicherheit im Hamsterrad der Firma angestellt bleiben? Oder zugunsten der Freiheit das vermeintliche Risko der Selbständigkeit auf sich nehmen?

Diese und ähnliche Fragen beschäftigen vielen Interessenten an einer Coaching-Ausbildung lange Zeit.

Unter dem Titel „Die Unfreiheit der Freien“ hat mein lieber Kollege Hermann Scherer einen tollen Artikel zum Thema Entscheidungen veröffentlicht, den ich Ihnen nachfolgend in Auszügen nicht vorenthalten will:

Choices of a businessman

Jeder hat die Freiheit, zu tun und zu lassen, was er will. Manche Entscheidungen fallen aber so schwer, dass wir sie wochen-, monate-, jahrelang verschieben. Erfolg oder Ego, Leidenschaft oder Sicherheit, Zeit oder Geld – auf keines von beiden wollen wir verzichten. Aber wir wissen, dass beides auf einmal nicht geht. Was tun? Wir sind komplett hin- und hergerissen.

„Abwarten und Tee trinken“ empfehlen in diesem Fall die Buddhisten. Entscheidungen, besonders die wichtigen im Leben, sollte man wohlüberlegt treffen! Unter Einbeziehung aller Optionen, Alternativen, Eventualitäten. Das geht erst, wenn alle relevanten Informationen beisammen sind.Darf ich Ihnen meine persönliche Meinung dazu sagen? Diese Abwägerei führt Sie nicht näher an die bestmögliche Entscheidung, sondern mit jeder Schleife nur weiter weg von ihr.

Wer so lange nachdenkt, wird nicht die beste, sondern die schlechteste Entscheidung treffen: nämlich gar keine. Wer zu lange nachdenkt, will die Entscheidung in Wahrheit ganz vermeiden, er wird sich womöglich nie entscheiden! Und zwar aus einem einfachen Grund: Weil er die vollständigen Informationen, auf die er wartet und die er händeringend sucht, nie bekommen wird. Auf dieser Welt gibt es keine vollständigen Informationen! Oder anders gesagt: Sie sind dann vollständig, wenn wir entscheiden, dass sie ausreichen: Wir können jederzeit entscheiden uns fürs Entscheiden zu entscheiden.

Aber statt es zu tun, entscheiden sich viele Menschen zu warten.

Sie bleiben in der Unentschlossenheit. In der nebligen Mitte zwischen zwei Alternativen. Bis sie irgendwann gar keine Wahl mehr haben.

Natürlich, wenn eine Entscheidung verschoben wird, stehen am Anfang noch alle Optionen offen. Alle möglichen Berufe, alle möglichen Lebenspartner, alle Sorten Urlaub oder Hobbys oder Kontakte. Aber mit der Zeit wird es immer enger. Das Konzert ist heute Abend. Wer keine Entscheidung trifft, ob er hingeht oder nicht, lässt letztlich die Zeit für sich entscheiden. Im Nachhinein findet sich immer ein Grund, warum es doch gut gewesen wäre, zum Konzert zu gehen. Zu spät! Die Reue kommt ins Spiel. Mit der Reue sinkt die Selbstachtung. Und mit dem sinkenden Respekt vor uns selbst verschwindet langsam auch das Selbstvertrauen, das eigene Leben zu gestalten. Unentschlossenheit kostet Selbstachtung.

Wenn es aber gerade die nicht getroffenen Entscheidungen sind, die uns so unfrei machen, warum entscheiden dann so viele Menschen so ungern?

(Quelle:

Dieser Text trifft exakt in´s Schwarze.

Viele Menschen, die sich bei uns für eine Coaching-Ausbildung interessieren, stehen mit uns in der Folge häufig über Jahre in Kontakt. Sie erhalten jede Information, die sie benötigen in jeder Form, die sie sich wünschen.Und wir lassen jedem potenziellen Life Coach seine Zeit, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass sich die richtigen Teilnehmer zu dem für sie richtigen Zeitpunkt anmelden werden. Und eine so weitreichende individuelle  Entscheidung in irgend einer Form zu manipulieren, entspricht nicht unserer Vorstellung eines selbständigen und mündigen Lizenznehmers.

So kommt es zwangsläufig, dass viele Interessenten jahrelang auch genau das bleiben: Interessenten. Interessiert daran, Ihre Berufung zu finden, Ihre Träume zu verwirklichen, andere Menschen zu unterstützen, selbständig und frei zu arbeiten und zu leben. Aber sie kommen niemals ins Handeln. Und damit Ihren Träumen niemals näher.

Und genau deshalb sagt die Fähigkeit, eine Entscheidung zu treffen auch so viel über die Fähigkeit aus, ein guter Coach zu sein.

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